Biografie von Anette v. Droste- Hülshoff


Herkunft

 

Annette von Droste-Hülshoff wurde am 10. Januar 1797, auf Schloss Hülshoff, einer alten Wasserburg bei Münster, geboren.

Annette hat eine zwei Jahre ältere Schwester mit Namen Maria Anna und ein Jahr jüngeren Bruder Werner Konstantin, der Erbe Hülshoffs, und einen drei Jahre jüngeren Bruder Ferdinand, der Lieblingsbruder Annettes. Ihre Eltern waren sehr unterschiedlich: Die Mutter Therese Luise Droste-Hülshoff, geborene von Haxthausen, war der strengere, praktischere und energischere Part. Annette beschrieb sie als "eine kluge, rasche und tüchtige Hausregentin".

Der Vater Clemens August Freiherr von Droste-Hülshoff hingegen war eher das sanfte Gemüt der beiden. Er war musikalisch und beschäftigte sich gerne mit Blumen- und Vogelzucht. In vielen Wesenszügen Annettes spiegelt sich das Erbbild ihres Vaters wieder.

 

Kindheit

Annette wurde mit ihren Geschwistern starkgläubig (katholisch) erzogen. Schon als kleines Kind, im Alter von 6 Jahren, beginnt sie sich in Versen auszudrücken und erste Gedichte zu schreiben. Sie bekam mit ihren Geschwistern Privatunterricht, z.B Griechisch, Latein, Mathematik etc.

Dies war zu ihrer Zeit für Mädchen eine sehr vielseitige Bildung. Annette war sprachlich und musikalisch sehr begabt und es hieß, sie konnte großartig am Klavier improvisieren und komponierte sogar einige Lieder.

Im Sommer 1813, also als Annette 16 war, reisten die Droste-Hülshoffs oft zu ihren Verwandten Haxthausens auf deren Gut in Bökendorf. Annette bekam Kontakt zu Wilhelm Grimm, da die Gebrüder Grimm ebenfalls dem Bökendorfer Kreis angehörten.

 

Jugend (1814 – 1816)

Ein Jahr später, Ende 1814, war sie mit ihrem ersten eigenen Werk, das Trauerspiel "Berta", beschäftigt, welches sie nie vollendete. Es bereitete ihr schreiberische Schwierigkeiten, da sie ihre Gedanken nie passend aufs Papier bringen konnte.

1816 schreibt Annette das Gedicht "Unruhe", indem sie ihre extreme Eingeschränktheit und Eingeengtheit ausdrückt. Es wird darin deutlich, wie unwohl sie sich als Frau in ihrer Zeit fühlt und versucht vergebens die Schranken der vorgegebenen Frauenrolle zu überschreiten.

1818, also mit 21, schreibt sie an dem Versepos "Walter",

1819 beginnt sie den Roman "Ledwina" und 1820 macht sie sich erste Notizen Zur "Judenbuche".

 

Liebeswirren (1819)

1819/1820, also im Alter von 22/23 Jahren, führten Liebeswirren zu einer persönlichen Katastrophe, die zum Wendepunkt ihres Lebens wurde. Annette verliebte sich in zwei Männer gleichzeitig. Sie hießen August von Arnswaldt und Heinrich Straube
und waren miteinander befreundete Studenten, die sie im Hause ihrer Bökendorfer Verwandten kennen lernte. Es endete alles im völligen Bruch mit beiden. Dieses Ereignis zerstörte sofort das Gefühl fragloser Zusammengehörigkeit mit Freunden und Verwandten. Von jetzt an hat sie nur noch einen Gesprächspartner: sich selbst! Der Weg der Einsamkeit beginnt.

Annette beginnt sich mit ihren widersprüchlichen, einander befehdenden Anlagen, also mit ihrer zwiespältigen Haltung, auseinanderzusetzen, was in ihrer Einsamkeit unausweichlich ist. Diese Auseinandersetzungen fordern ihre ganze Kraft und sie erkennt zum ersten Mal ihre zwiespältige Haltung, aber auch ihre Begabung, zur Realität ihres Lebens an,das dazu führte dass alle ihre dichterischen Arbeiten völlig ins Stocken geraten. Sie entwickelte ein sozial-konservatives Bewusstsein. Dadurch wurde sie für eine Frau ihrer Zeit erstaunlich politisch interessiert, weltoffen und geradezu hellsichtig für die sich anbahnenden geschichtlichen Entwicklungen. Obwohl Annette adlig war, hatte sie lieber den Umgang mit bürgerlichen Freunden und Freundinnen.

 

 

Lebenslauf von 1819-1844

 

Annette stand zu ihrem Glauben, doch konfessionelle Schranken waren ihr fremd. Sie beginnt 1819/1820 das "Geistliche Jahr", ein Gedichtezyklus, der mit dem Gedicht auf den Ostermontag abgebrochen wird. Den zweiten Teil des "Geistlichen Jahres" schrieb sie erst 1839; 1840 beendete sie das "Geistliche Jahr". In der Zeit zwischen1822 und 1824 ist nichts Erwähnenswertes oder Bedeutsames passiert. Der turbulente und katastrophale Sommer des Jahres 1820 wurde also verarbeitet und es sieht aus, als seien alle Wunden verheilt. Im Herbst 1825 reist Annette, wie seit langem schon nicht mehr, zu ihren Verwandten an den Rhein. Dort lernte sie August Wilhelm Schlegel, Karl Simrock und ihre später langjährigen Freundinnen Sibylla Mertens-Schaafhausen und Adele Schopenhauer kennen. Am 25. Juli 1826 stirbt unerwartet Annettes Vater Clemens August Freiherr von Droste-Hülshoff, worauf ihre Mutter Therese mit ihr und ihrer Schwester Maria Anna auf den Witwensitz Rüschhaus bei Münster zieht. Dort lebten sie in einsamer Zurückgezogenheit, die sie nur durch eine längere Reise in die Schweiz unterbrachen.

In diesen Jahren entstanden neue Werke, z.B. der Versepos "Das Hospiz auf dem großen St. Bernhard" (November 1828), sowie die Versepen "Des Arztes Vermächtnis" und "Die Schlacht im Loener Bruch". Damit setzte langsam die Entstehung der Drosteschen Hauptwerke ein.

Mit Levin Schückling, der Sohn einer Freundin, begann sie bald eine enge Freundschaft.

Schücking erkannte Annettes Begabung und wirkte als Anreger und Förderer ihres dichterischen Schaffens. Annette beschäftigte sich mit westfälischen Stoffen und arbeitete an der Novelle "Die Judenbuche". Die Winter 1841/42 verbrachte sie auf der Meersburg, die ihr Schwager Laßberg erworben hatte. Schücking drängte Annette wieder zur Lyrik und sie wurde literarisch sehr produktiv. So entstand in kurzer Zeit eine Reihe ihrer schönsten Gedichte, unter anderem der Zyklus "Heidebilder".

Die "Judenbuche" wurde durch Schückings Vermittlungen vom 22. April 1842 bis zum 10. Mai in 16 Teilen in "Cottas Morgenblatt" veröffentlicht.

1844 erschien der zweite Gedichtband von Annette. Sie erwarb im November ein "Fürstenhäuschen" oberhalb Meersburg in einem Weinberg.

 

Judenbuche

"Die Judenbuche" ist ein Meisterwerk der deutschen Novellenkunst. Diese Novelle ist ein Werk des Übergangs von der Romantik zum Realismus. Knapp und realistisch beginnt sie dieses Werk, romantisch sind aber die Landschaftsbeschreibungen, der Aberglaube der Dorfbewohner und die Stimmungskunst, realistisch hingegen wiederum die sachliche Art der Schilderung. Neben ihren Gedichten und Balladen wird diese Novelle als Kernstück ihres dichterischen Werkes über die Zeiten und ihren Wandel hinweg dauern und im Volk bleiben.

 

Letzte Jahre

 

Als sie wegen ihrer schwächlichen Gesundheit den mütterlichen Sitz Rüschhaus verlassen und auf Schloss Meersburg am Bodensee leben musste. 

Ihr Grab steht auf dem Meersburger Friedhof; es ist ein einfacher Efeu umrankter Stein, auf dem die Worte "Ehre dem Herren" stehen

 




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