Historische Hintergründe der Judenbuche

Die historischen Hintergünde

 

A. von Droste-Hülshoff hat vieles aus wahren Begebenheiten genommen, welche sie aus Geschichten von ihrem Onkel August von Haxthausen erfahren hat. Haxthausen hat außerdem ein Buch unter dem Titel "Geschichte eines Algierer Sklaven" veröffentlichte, und zwar nach einer Gerichtakte.

 

Hier sind die Gemeinsamkeiten:

 

Im Kindesalter ist Annette von Droste Hülshoff regelmäßig bei ihren Verwandten auf dem Schloss Bökerhof in der ostwestfälischen Ortschaft Bökendorf, einem unmittelbaren Nachbarort des "Dorf B.", dass in Wahrheit Bellersen hieß, zu Besuch gewesen und erfuhr über die tragischen Geschehnisse.

Die Hauptfigur Friedrich Mergel der Novelle kann anhand von amtlichen Aufzeichnungen als Hermann Georg (oder Johannes) Winckelhan (getauft am 22. August 1764) identifiziert werden. Dieser hatte 1782 von einem jüdischen Händler (Soistmann-Berens) Stoff für ein Hemd erhalten, jedoch nicht bezahlt. Daraufhin fand ein Prozess unter der Leitung des Drosten zu Haxthausen (Droste war ein Amt der niederen Gerichtsbarkeit) statt, und Winckelhan wurde zur Zahlung verurteilt, woraufhin dieser dem Soistmann-Berens mit Mordrohungen entgegenkam. Am selbigen Abend sieht der Förster Schmidts sowohl Winckelhan mit einem Knüppel bewaffnet, als auch kurz darauf den jüdischen Händler Soistmann-Berens in den Wald gehen. Zwei Tage später wird Soistmann-Berens von seiner Frau an einer Buche im Wald erschlagen aufgefunden, unweit der Stelle, an der der Förster ihn und den Winckelhan in den Wald gehen sehen hat. Um seiner Verhaftung zu entkommen, floh dieser ins Ausland, wo er darauf in Gefangenschaft geriet und versklavt wurde. Erst nach 25 Jahren kehrte Winckelhan in seinen Heimatort zurück. Nachdem von einer weiteren Strafverfolgung aufgrund seines erlittenen Leides im Rahmen der Versklavung abgesehen wurde, berichtete er vom Hergang des Mordes. Er lebte fortan als Tagelöhner und Bettler. Im Jahr 1806 erhängte er sich an der Buche, an der der jüdische Händler Soistmann-Berens erschlagen aufgefunden wurde und die jüdische Gemeinschaft anschließend ein Zeichen in hebräischer Schrift eingeritzt hatte. Der Baum wurde zwei Jahre später gefällt. Winckelhan wurde trotz des Selbstmords auf Bitten des Drosten am 18. September 1806 in Bellersen katholisch beigesetzt.

Die Schriftstellerin Anette von Droste-Hülshoff erfindet eine Vorgeschichte zu diesem historisch beglaubigten Ereignis, womit es ihr gelingt, das Geschehen als Folge einer Störung der menschlichen Gemeinschaft darzustellen. Das Verhängnisvolle dieser allgemeinen gesellschaftlichen Situation enthüllt sich in einem besonderen Schicksal, das sich in einer Reihe von ungewöhnlichen Ereignissen zunehmend verdichtet und dramatisch zuspitzt.

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